Kauftipps
oder schaut doch mal hier:
Eine traurige Geschichte zum Thema "Schnäppchenkatze"
Der Preis einer Rassekatze
An dieser Stelle möchte ich etwas zum Preis der Rassekatzen anmerken. Es rufen mich immer wieder Menschen an, die erstens sofort nach dem Preis fragen ohne nach der Katze, und die dann zweitens unhöflich den Hörer aufknallen oder sich recht blöder Ausreden bedienen, welche uns Züchtern wohl bekannt sind.
Es wäre fair, einfach klar zu sagen, dass einem solch eine Katze zu teuer ist, denn das ist das Recht eines jeden und nicht jeder hat die finanziellen Möglichkeiten, sich eine solche Katze zu leisten. Nun machen sich leider die wenigsten Interessenten die Mühe, genauer nachzufragen, wie sich der Verkaufspreis zusammensetzt.
Ich habe für Sie einmal zusammengerechnet, was mich meine Zucht in der letzten Zeit gekostet hat, ohne jegliche Zeit zu berücksichtigen, die man tagtäglich für Aufzucht, Pflege auch mal Krankenpflege benötigt. Ganz zu schweigen von den nicht mehr stattfindenden Urlauben, von der ständigen Verfügbarkeit rund um die Uhr zum ungefähren Zeitpunkt der Geburt. Sollte dann eine Handaufzucht erfolgen müssen, weil die Mutter keine Milch hat, dann wird es ganz kritisch, denn dann ist Füttern alle zwei Stunden rund um die Uhr angesagt und das mindestens 3-4 Wochen lang. Aber wir wollen uns ja nicht beschweren, denn das sind ganz einfach die Pflichten unseres Hobbys, das uns natürlich auch unglaublich Freude bereitet.
Sie werden auch sehr selten von einem Züchter, die Aufzählung dieser Dinge erleben, da das als selbstverständlich empfunden wird. So nun zu meiner Rechnung von Januar 2001 bis März 2001
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monatliche Futterkosten für 5 Zuchtkatzen / Kater mal 3 Monate |
300.-Euro |
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monatliche Kosten für Katzensand mal 3 Monate |
75.-Euro |
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Kater Bindehautentzündung |
30.-Euro |
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Zwei Zuchtkatzen & 2 Jungtiere Leukose, FIP und FIV getestet |
400.-Euro |
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Nach einer Geburt Schwierigkeit mit der Nachgeburt |
5o.-Euro |
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Ein Baby kämpft um sein Leben |
50.-Euro |
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Aufzuchtsmilch für ein Baby, da die Mutter nicht säugt |
40.-Euro |
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Zubehör (2x mal Flasche, Sauger, Flaschenbürste) |
25.-Euro |
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Wärmekissen |
40.-Euro |
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Transportwärmekissen |
25.-Euro |
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Kastration des Katers |
50.-Euro |
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Impfung des Katers (Seuche, Schnupfen, Leukose) |
50.-Euro |
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Impfung zweier Jungkatzen mal 2 |
200.-Euro |
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Baby hat Durchfall |
30.-Euro |
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Anzeigen |
25.-Euro |
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Kauf einer zusätzliche Kratztonne |
200.-Euro |
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Vitaminpasten, Leckerlis |
25.-Euro |
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1 Stammbaum |
20.-Euro |
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Entwurmungspaste |
10.-Euro |
Dies gibt eine Gesamtsumme von ca. 1650.-Euro für 3 Monate. Diese Rechnung berücksichtigt nur die tatsächlichen Kosten, die mir von Januar bis März 2001 entstanden sind. Ein Teil davon sind einmalige Ausgaben. Ein Teil, der immer wiederkehrenden Ausgaben sind hier nicht aufgeführt (Impfungen, Tests weiterer Zuchtkatzen usw.), da sie nicht in diesen Zeitraum fielen.
Es sind nicht gerechnet die Preise für die Zuchtkatzen, die im Anschaffungspreis erheblich teurer sind als Liebhabertiere. Einen Kaiserschnitt der im letzten Jahr vonnöten war, kostete 400.-Euro. Ein Jungkater zum Preis von 750.-Euro muss bezahlt werden.
Vielleicht ist vielen nicht klar, was wir konkret an Kosten zu tragen haben, deshalb wollte ich Ihnen einen kleinen Einblick in meine Katzenfinanzen geben.
Diese Auflistung wurde uns von einer lieben Freundin und Züchterkollegin Verena Priesner, Heilige Birmas von Baden zur Verfügung gestellt.
und
hier ein toller Beitrag aus Waltraud Novak´s © 2001 Katze & Du
Züchten:
Ja oder nein?
Jetzt sind sie gegangen, die jungen Leute, die so gerne Züchter geworden wären.
Ich habe sie auf einer Ausstellung kennen gelernt, sie waren so begeistert von
all den schönen Katzen und fanden, dass Rassekatzen züchten einfach
"cool" sei. Ich lud sie zu einem unverbindlichen Besuch meiner Cattery
ein – und zu einem ausführlichen Gespräch über das Züchten, im Zuge dessen
ihr Minenspiel einen ganzen Regenbogen der Empfindungen zeigte: von ungläubig
über fragend bis staunend – und schließlich nachdenklich. So
"cool" ist Katzenzüchten nämlich nicht!
ZÜCHTER SEIN DAGEGEN
SEHR...
Bevor Du den Entschluss fasst, unter die Katzenzüchter zu gehen, solltest Du
zuerst einmal ein paar Katzenausstellungen besuchen, um alles, was damit
zusammenhängt, kennen zulernen, danach solltest Du Dich zuerst mit einem
Kastraten in der Premioren-Klasse versuchen.
Züchten und Ausstellen ist eine sehr teure Angelegenheit. Ehe Du damit anfängst,
solltest Du darauf vorbereitet sein, dass Dir das Herz wohl einige hundert mal
und öfter bricht. Du wirst Jungtiere sterben sehen, Du wirst Zucht- oder
Deckprobleme mit den besten Zuchtkätzinnen oder Deckkatern haben. Du wirst
verzweifelt um 3 Uhr morgens nach dem Tierarzt rufen, wenn Du ein todkrankes Kätzchen
hast oder eine Zuchtkätzin in Nöten (also sorge dafür, dass Du einen Tierarzt
hast, der über die Erfordernisse einer Cattery Bescheid weiß oder zumindest
Willens ist, es zu lernen!) Du wirst Deine Katze auf Ausstellungen nicht einen
lausigen Punkt gewinnen sehen, oder, dass sie zu dem Schluss kommt, ausstellen
sei nichts für sie und sie trachtet, den Richter fauchend und jaulend zu
kratzen oder zu beißen.
Auf der anderen Seite wirst Du dieses überwältigende Gefühl erfahren, ein
neugeborenes Kitten in der Hand zu halten; das Vertrauen der Mutterkatze, die
Dich an ihrer Seite wissen will, wenn sie gebiert; einen Richter den Typ und die
Gepflegtheit einer Katze loben hören, die Du gezüchtet hast; eine selbst gezüchtete
Katze die höchsten Titel erringen sehen; und, wenn Du besonderes Glück hast,
einen Weltsieger-Titel für Deine Katze oder Dein Kitten zu erreichen.
Auf diesem Weg wirst Du viele Züchter und Aussteller kennen lernen. Einige
werden sehr nett sein, andere weniger. Manche werden Dir helfen, andere wiederum
nicht. Du wirst viele gute Freunde finden und Dir ein paar Feinde machen. Es
werden Tage kommen, wo Du gerade noch genug Geld hast, um entweder Katzenfutter
zu kaufen oder einen Imbiss für Dich selbst. Es wird Zeiten geben, wo Du
endlich die Summe für Deinen lang ersehnten Traumurlaub gespart hast und dann
tritt ein Notfall ein und das Geld geht für Tierarztkosten drauf. Von dem
Zeitpunkt an, wo Du Dich entschließt, Züchter zu werden, gibt es nur mehr eine
Verpflichtung:
DIE KATZEN KOMMEN IMMER
ZUERST!
Nachdem Du nun alle Pros und Kontras gegeneinander abgewogen hast und überzeugt
bist, dass Züchten doch etwas für Dich ist, finde einen Züchter, der gewillt
ist, Dich zu fördern. Vielleicht ist das jemand, der den Typ Katze züchtet,
der Dir so gefällt, aber das muss nicht sein. Lass Dir Zeit bei der
Entscheidung, welche Rassekatze Du züchten möchtest. Jede Rasse hat ihre ganz
spezifischen Vor- und Nachteile. Hast Du nur beschränkt Zeit, ist eine
Kurzhaar-Rasse die bessere Lösung. Langhaarkatzen benötigen mehr Zeitaufwand,
da sie mehr Pflege brauchen.
Möchtest Du lieber eine laute, lebhafte Rasse oder eher eine ruhige, mehr
anschmiegsame? Wenn Du nicht so vertraut bist mit den verschiedenen
Charakteristiken der Rassen, dann nochmals, besuche Katzenausstellungen und
sprich dort mit Züchtern.
Anhand der Rasse, die Du züchten und der Anzahl Katzen, die Du halten möchtest,
entscheide nun, wie viel Raum Du Deiner Cattery einräumen willst und wie sie
aussehen soll. Das muss nichts großartiges sein. Viele Züchter benutzen ein
einfaches Zimmer als Aufenthaltsraum für die Tiere. Was die Ausstattung
betrifft, so wirst Du ein paar Extra-Klos benötigen, ein paar Reserve-Futterschüsseln
und Wassernäpfe, Kratz- und Klettermöbel, Handtücher, Betteinlagen, eine
Wurfkiste, Spielzeug, und zumindest einen geräumigen Käfig. Auch wenn Du Deine
Katzen frei im Haus herumlaufen lässt, kann es manchmal nötig sein, eine Katze
im Interesse ihrer Gesundheit oder ihrer Sicherheit in den Käfig zu tun.
Erwarte nicht, damit Geld zu machen. Zu dem Zeitpunkt, wo die Kitten alt genug
sind, um verkauft werden zu können, hast Du bereits ein kleines Vermögen für
Futter, Tierarzt und Deine Hingabe ausgegeben. Sei darauf vorbereitet, dass mit
jedem Kitten, das Dein Haus verlässt, auch ein Stück Deines Herzens mitgeht.
Egal, wie sehr Du Dich bemühst, keine Beziehung aufzubauen, es ist einfach unmöglich,
es nicht zu tun, wenn Du möchtest, dass Deine Jungtiere zu fröhlichen,
verspielten und menschenbezogenen Katzen heranwachsen sollen.
Ich hoffe, mein kleiner Vortrag ist einigermaßen hilfreich, und sei es nur, um
diverse Käufer von Rassekatzen davon zu überzeugen, dass der Züchter nicht
nur ein profitgieriger Halsabschneider ist, der seine Jungtiere zu Höchstpreisen
verscherbelt.